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Theaterstück: Der grasse Samariter

Theaterstück:    Der grasse Samariter

 theater Kopie

Hier ein Anspiel von Johannes Hermann. Wer möchte kann es auch bei sich in der Kirchengemeinde – vielleicht in einem Jugendgottesdienst aufführen. Wir wären dankbar für ein kurzes Mail wie die Aufführung gelaufen ist.

Uraufführung: Hugo am So.27. Juni 2004, Schulhof Hertmannsweiler

 

Mitwirkende:

 

Jörg Sommer               –         Achmed, libyscher Händler

Johannes Hermann         –         Hassan, libyscher Händler

 

 

Sprache: „Erkan- und-Stefan-Jargon“

 

 

Hassan tritt auf, wenig später folgt ihm Achmed.

 

Achmed:         Hey Hassan, was gucksch du?

 

Hassan:         Hey Achmed, i hör do grad zu.

 

Achmed:         Hasch du Kamele verkauft.

 

Hassan:         Ja du, i hab voll des geile Gschäft gmacht. Zwei Kamele in Betlehem verkauft und drei in Jerusalem.

Jetzt geh i wieder Libyen.

 

Achmed:         Ja ich geh au wieder Libyen, hab au alles verkauft. Geh mer zamma.

 

Hassan:         Ja geh mor zamma Libyen. Isch sicherer, passiert viel in Wüste. Isch weit…

 

Achmed:         Aber hasch no net erzählt, was machsch du da, was gugsch du?

 

Hassan:         Ja ich hör dem Jesus da zu, weisch den hab ich schon öfters gehört, wenn i Israel bin, Geschäftsreise. Aber i versteh schlecht, muss näher ran.

 

Achmed:         Was willsch du bei dem? Du bisch Händler, da verkaufsch du nix, der redet bloß.

 

Hassan:         Ja aber der redet echt coole Sachen. Der redet von Gott und so. Und der hat voll die grasse Gschichta…

 

Achmed:         Was, was Gott und so. Des isch nix für uns. Du bisch Libyer, Jesus isch Jude. Die Jude wollen nix von uns, verstehsch du.

Des isch nur für Juden was der sagt.

 

Hassan:         Des stimmt gar net. Hab ich zuerst au gedacht. Aber als ich letzte Mal zugehört hab, hat Jesus ganz grasses Gleichnis erzählt. Soll i erzählen?

 

Achmed:         Oh, bloß koi Gleichung. I war voll schlecht ihn Mathe. Habe Gleichung nie verstande.

 

Hassan:         Samol, bisch blöd oder was. I hab gsagt Gleichnis. Des isch so, Jesus will was erkläre, was manchmal schwierig ist. Dann erzählt der Geschichte und dann kannsch du besser kapieren.

Verstehst, du?

 

Achmed:         Also, dann sag halt die komische Gleichung.

 

Hassan:         OK., i sag dir.

Da geht Mann durch Wüste, ganz alleine. Mann isch Jude

 

Achmed:         Scho wieder Jude, geht uns nix an, mir sind Libyer.

 

Hassan:         Pass auf, Gschichte geht weiter. Plötzlich kommen Räuber, so vier oder funf. Haben sich versteckt hinter Kaktus.

Die kommen und sagen: Was gugsch du, ha. Hasch du Problem oder was, i glaub du willsch Streit anfangen. Willsch a Kopfnuss?

 

Achmed:         Ja und, des isch doch ganz normale, höfliche Begrüßung.

 

Hassan:         Ja bisch, jetzt isch ganz normale Begrüßung, aber dann schlage die den zusamma und raube denn aus.

 

Achmed:         Grass. Des isch voll der Schwachkopf. Der muss sagen, i hol meine funf große Bruder, i schwör.

 

Hassan:         Des glaub doch koiner in Wüste.

 

Achmed:         Muss halt sagen, funf große Bruder sind grade Oase und komma glei zurück.

 

Hassan:         Würdsch du des glaube, wenn du bisch Räuber?

 

Achmed:         Glaub net…

Hassan:         Verstehsch du. Der Mann bleibt liegen in Wüste, isch voll heiß, kein Wasser, der blutet und so…

 

Achmed:         Voll grass, Alter.

 

Hassan:         Ja aber jetzt kommt einer vorbei, jüdischer Priester.

 

Achmed:         Ah, einer aus eigene Volk, der hilft.

 

Hassan:         Ja der hilft überhaupt net, der lauft schnell weg. Hat Angst, Räuber kommen zurück.

Er sagt keine Zeit, bin Priester, i muss Tempel.

 

Achmed:         Was muss der Tempel?

 

Hassan:         Der isch Priester, verstehst du, der muss Jerusalem.

Kommt zweite Mann vorbei, Tempeldiener. Hilft au net. Sagt au, hab keine Zeit, i schwör.

 

Achmed:         Aber sind Landsleute, mussen helfen.

 

Hassan:         Machen aber net. Jetzt kommt noch mal Mann. Diesmal Samariter.

 

Achmed:         Der hilft net.

 

Hassan:         Wieso glaubsch du.

 

Achmed:         Weil der isch Samariter, können die Juden net leiden.

Des wie bei uns mit Ägypter. Isch immer so bei Nachbar.

 

Hassan:         Also wenn du vorbeikommsch und da liegt Ägypter, du nix helfe?

 

Achmed:         I nix helfa. Isch Ägypter.

 

Hassan:         Wieso?

 

Achmed:         Weil Ägypter isch, Ägypter helfe Libyer nicht, ganz normal.

 

Hassan:         Und warum isch des so.

 

Achmed:         Ja weil die Ägypter halt… ach…samol willsch du Stress macha?

Erzähl lieber die Gleichung.

 

Hassan:         Ja weisch du, i hab früher au gsagt, Ägypter helf i net, aber isch falsch. Verstehsch du.

In der Gschichte isch so, der Samariter hilft.

 

Achmed:         Der hilft. Würd i mir net helfa lassa als Jude, des isch gegen die Ehre.

 

Hassan:         Der Jude isch halb tot, der weiß des gar net. Außerdem isch der froh.

Der Samariter macht Verband, gibt Wasser trinken, tut Verletzten auf Esel und bringt ihn in Gasthaus.

Sagt dem Wirt da hasch du Geld, pflegsch du den gesund. Wenn mehr koschtet i zahl nächstemal.

 

Achmed:         Des echt grasser Samariter.

 

Hassan:         Ja, des echt grass. Und Jesus sagt, so sollsch du machen. Alle Menschen helfen, egal woher, verstehsch du?

Und des was Jesus sagt von Gott, des isch nicht nur für Juden, des isch für alle Menschen. Egal ob Libyer, Grieche, Römer, Westgermane, Ostgermane.

 

Achmed:         Sogar Ostgermane?

 

Hassan:         Alle Menschen.

Und ich hör dem echt gerne zu. Würde gerne zuhören, jetzt. Kommsch mit?

 

Achmed:         Ja wenn der so grasse Gleichung erzählt. OK., aber müssen näher ran. I komm mit.

 

Hassan:         OK., da drüben isch besser, kommsch du Achmed?

 

Achmed:         I komm Hassan.

 

 

Beide gehen zur Menschenmenge, zu der Jesus spricht.

(Hinter der Bühne)

 

 

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